Gestütsaufbau
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Aufbau des Gestüts Altefeld

Burchard von Oettingen, von 1895 bis 1912 Landstallmeister in Trakehnen, unternahm mit seinen Mitarbeitern ausgedehnte Besichtigungsreisen, um Altefeld optimal zu planen und zu bauen. So wurden unter anderem die Gestüte Kisbér, Sávar und Bábolna in Ungarn besucht und manch wertvolle Anregung mitgebracht. Die hauptsächliche Orientierung aber gab das Hauptgestüt Trakehnen. Was sich dort bewährt hatte, wurde übernommen und anderes verbessert.


So wurde Altefeld in einer "offenen" Form gebaut: alle Stalleinheiten liegen weit voneinander entfernt, um das Ausbreiten von Seuchen zu erschweren. Die Wohnanlagen der Gestütswärter kamen in direkte Nähe zum Stall, in dem sie arbeiteten, auch um Krankheitsübertragungen zu vermeiden. Viele Stallgebäude sind mit denen in Trakehnen im Grundriss identisch. Man kann das anhand der Baupläne, die in Altefeld liegen, nachvollziehen. Auch die langgezogenen Ziegeldächer mit ihren Giebeln und Gauben entsprechen denen in Trakehnen.

Die wichtigsten Stallgebäude waren (und sind heute noch) der Stutenstall für 16 Vollblutstuten, der Stutenlaufstall für 40 Stuten und der Fohlenlaufstall für 60 Fohlen, alle mit starken Ähnlichkeiten in Abmessungen, Giebeln und Dächern zu Trakehnen. Dazu ein Quarantänestall, der am äußersten Rande der Gestütsanlage steht. Das berühmte achteckige "Hengsttempelchen" mit seinen tortenstückförmigen Paddocks steht in Altefeld gleich zweimal: Beide Sommerställe sind mit langen Alleen symmetrisch verbunden. Einer ist heute eine katholische Kirche, der andere verfällt leider.


Der Hauptbeschälerstall für vier Hengste mit Apotheke, Sattelkammer und Wärterstübchen bildet ein schönes Ensemble mit den beiden Deckenhallen: eine für die eigene, die andere für fremde Stuten. Eine lange Allee führt auf den Hengststall zu. Die angrenzenden Weiden sind mit hohen Mauern eingefasst und umfassen ein Stück Wald, so dass die Pferde immer Schutz suchen konnten. Jeder Hengst hatte eine Weide für sich. Heute sind Hengststall und Deckhallen Wohngebäude. Die Weiden werden noch genutzt.


Die ganze Gestütsanlage war so geplant, dass sie eine in sich vollkommen abgeschlossene, autarke Welt bildete (s. Landstallmeisterhaus).. Die Häuser der Gestüter, oft als Doppelgehöfte gebaut, hatten alle einen Stall für zwei Rinder, einen für ein paar Schweine und einen Hühnerstall sowie einen großen Gemüsegarten.


Im Gegensatz zu Trakehnen baute man die Landarbeiter- und Gestüter-Häuser als Reihenhäuser und nicht als großes quadratisches Haus, das in vier gleiche Teile unterteilt war. Man konnte besser lüften und es gab mehr Licht in den Wohnungen. Auch baute man die Wohnräume nicht so hoch, damit sie besser zu heizen waren. Altefeld hatte, wie Trakehnen, eine eigene Schule und Gemeindeschwester. Für den Strom der ganzen Anlage sorgte eine Turbine amÖlbach.


Ein großes Haus war für den wichtigen Tierarzt mit umfangreicher Apotheke vorgesehen. Auch ein Krematorium war vorhanden, für die eingegangenen Pferde, Tot- und Nachgeburten etc. Eine gut funktionierende Landwirtschaft versorgte nicht nur die Pferde mit dem nötigen Futter, sondern auch die Menschen mit Getreide, das in der betriebseigenen Mühle gemahlen wurde. Natürlich gab es eine eigene Schmiede und Stellmacherei. Altefeld hat auch ein großes Gasthaus: Was für Trakehnen der "Elch" war, ist für Altefeld das Hotel St. Georg.

So bildet Altefeld den Höhepunkt, aber auch den Abschluss der staatlichen Gestütsplanung. 50 Jahre später wurde nur noch Newmarket in England in ganz ähnlicher Form gebaut. Altefeld ist damit das jüngste deutsche Hauptgestüt.








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Hauptbeschälerstall